Strahlenschäden

Als Strahlenschäden bezeichnet man alle in Folge von ionisierender Strahlung auftretende Schäden bei Lebewesen. Man unterscheidet zwischen: o “somatischen Schäden”, d.h. direkter Schädigung von Körperzellen o “genetischen Schäden”, das sind schadhafte Veränderungen im Erbgut welche an die Nachkommen weiter gegeben werden. Nach den beiden Atombombenabwürfen über Japan im Jahr 1945 und bei Atomunfällen wie 1986 in Tschernobyl oder 2011 in Fukushima gelangte jedes mal radioaktives Material in die Umwelt. In der Nähe der Unglücksorte konnte dadurch eine deutlich erhöhte Strahlung gemessen werden. Zahlreiche Menschen wurden so verstrahlt. Die Auswirkung dieser Verstrahlung bezeichnet man als Strahlenschäden. Man unterscheidet zwischen direkter Schädigung der Körperzellen (somatische Schäden) und Beschädigungen des Erbguts (genetische Schäden). Erstere haben nur Auswirkung auf die betroffene Person, letztere wirken sich auf die Nachkommen dieser Person aus. Je nach radioaktiver Belastung (Kontamination) besteht bzw. bestand eine unterschiedlich große Gefahr für die Bevölkerung. Aufgrund der langen Halbwertszeit mancher radioaktiver Elemente können bestimmte Gebiete für Jahrzehnte unbewohnbar sein. (Prypjat 4 km von Tschnernobyl entfernt, 30 Jahre später) Übrigens: Atomkatastrophen haben nicht nur auf die Menschen in der Nähe Auswirkungen. Vom Unglücksort aus verbreitete sich das radioaktive Material mit Hilfe des Windes über weite Bereiche. Im Jahr 1986 gelangte beispielsweise so auch radioaktiver Staub bis nach Deutschland. Mit dem Regen kam er auf die Erde hinab. In Folge der Atomunfälle wurde weltweit jedes mal eine erhöhte Radioaktivität gemessen. Kam es zu einer Verstrahlung so greifen die Strahlen die Zellen an. Durch die Strahlung werden Atome ionisiert wodurch wiederum Verbindungen zerstört werden (vergleiche: “Die ionisierende Strahlung”). Besonders der Zellkern von Lebewesen scheint in hohem Maße empfindlich gegenüber ionisierender Strahlung zu sein. Das im Zellkern enthaltene Ergbut (die DNA) wird durch die Strahlung beschädigt und verändert. Dadurch verändert sich das Verhalten der Zelle. Mit dem veränderten Verhalten kommt es zu verschiedenen Krankheiten. Zum Beispiel:   unkontrolliert beschleunigtes Wachstum der Zelle Krebs Einstellung der eigentlichen Aufgabe Haarausfall, Leukämie, ... Schädigung der Ei bzw. Samenzellen Nachkommen kommen mit Fehlbildungen zur Welt (bsp. Blindheit, verkümmerter Arm) Äußere und Innere Verstrahlung Man unterscheidet zwischen der äußeren und der inneren Verstrahlung eines Lebewesens. Bei der äußeren Verstrahlung befindet sich die Strahlenquelle außerhalb des Körpers. Bei der inneren Verstrahlung hat man radioaktives Material in den Körper aufgenommen. Innerliche Verstrahlung ist dabei in der Regel wesentlich gefährlicher als äußere Verstrahlung. Bei äußerer Verstrahlung ist zunächst die Haut und das darunter liegende Gewebe betroffen. Diese werden zwar verstrahlt, schirmen die dahinter befindlichen Organe jedoch vor einem Großteil der Strahlung ab. Bei der inneren Verstrahlung gelangt die ionisierende Strahlung viel einfacher an (lebenswichtige) Organe wie beispielsweise Herz, Lunge oder Leber. Der Schaden der durch innere Verstrahlung an dieses Organen entsteht, ist daher größer als durch äußere Verstrahlung. 
Äußere Verstrahlung  Innere Verstrahlung  vielfach Hautkrebs, Haarausfall  Wie kommt es dazu?  Nach einem radioaktiven Unfall gelangt radioaktives Material in die Umwelt. Es setzt sich auf Häusern und in Ritzen, auf dem Boden und auf Pflanzen ab. Pflanzen nehmen zudem durch ihre Nährstoffaufnahme Teile des radioaktiven Materials in sich auf.  Von allen radioaktiv verseuchten Gegenständen geht eine ionisierende Strahlung aus. Kommt eine Person diesen Gegenständen zu nahe, wird sie von außen verstrahlt.  Durch die Nahrungskette und das Einatmen von radioaktivem Staub gelangt radioaktives Material in den Körper. Dort lagert es sich beispielsweise in der Schilddrüse (Jod-131) ab. Die Person wird nun innerlich verstrahlt.  Größte Gefahr durch? Gamma-Strahlung   Aufgrund der geringen Reichweite von Alpha- und Beta-Strahlung sowie der relativ leichten Abschirmmöglichkeit spielen diese kaum eine Gefahr. (siehe Grafik)  Alpha-Strahlung   Alpha-Strahlung reicht zwar nur wenige Zentimeter weit, jedoch gibt sie auf dieser kurzen Strecke sehr viel Energie ab. Dadurch richtet sie viel mehr Zerstörung an als beispielsweise Gamma-Strahlung.   vielfach Lungenkrebs, Schilddrüsenkrebs, Leukämie und ähnliches  Erkrankungen? Alpha Beta Gamma Strahlenschäden Fehler gefunden? Fehler gefunden? Hinweis: Experimente Hinweis: Experimente Allgemein   Schäden, Verstrahlung Das Sievert  Medizinische Einheit zur Gefährlichkeit von ionisierender Strahlung
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