Radioaktive Abfälle

Radioaktive Abfälle (umgangssprachlich als Atommüll bezeichnet), sind Überreste radioaktive Stoffe die keinen direkten Nutzen mehr darstellen. Sie senden weiterhin ionisierende Strahlung durch radioaktiven Zerfall aus und haben teilweise eine eine mehrere tausend Jahre lange Halbwertszeit. Sei es durch den Betrieb eines Atomkraftwerks oder andere medizinische und technische Anwendungen. Wo mit radioaktiven Stoffen gearbeitet wird, entstehen auch radioaktive Abfälle - umgangssprachlich als Atommüll bezeichnet. Je nach „Herkunft“ unterscheidet man dabei zwischen leicht-, mittel-, oder schwerradioaktivem Material. Die Beseitigung dieser radioaktiven Abfälle gestaltet sich äußerst schwierig. Als radioaktive Stoffe zerfallen sie weiterhin und senden dabei ionisierende Strahlung aus. Die Halbwertszeit dieser Stoffe beträgt dabei meist viele tausend Jahre. Dadurch ist das „Atommüll-Problem“ nicht nur ein Problem der heutigen Generation, sondern wird noch viele tausend Jahre ein Problem darstellen. Für die „Beseitigung“ kommen zwei Wege in Betracht. Die Endlagerung sowie die Wiederaufbereitung. Endlagerung? Alle radioaktiven Abfälle aus Kernkraftwerken aber auch aus der Medizin oder der Industrie und Technik müssen aufgrund ihrer Eigenstrahlung irgendwo sicher gelagert werden. Die Suche nach geeigneten Lagerstätten ist  wahnsinnig schwierig. Ein geeignetes Lager muss zahlreiche Anforderungen erfüllen. Es muss die ionisierende Strahlung eindämmen, darf nicht in erdbebengefährdeten Gebieten liegen, muss trocken sein und vieles mehr. Und dann gibt es noch die Bevölkerung mit ihren Ängsten und Sorgen. Verständlicherweise will niemand hoch radioaktives Material in seiner direkten Umgebung haben. Und egal wie sehr Wissenschaftler auch die Sicherheit versichern würden, eine grundsätzliche Gefahr besteht immer.

Gängige Praxis

Man unterscheidet (in Deutschland) zwischen schwach-, mittel- und hochradioaktiven Produkten. Für sie gelten verschiedene gesetzliche Richtlinien, die sich auf die aktuelle wissenschaftliche Meinung stützen. Schwach- und mittelradioaktive Produkte (vielfach aus Forschung und Medizin) werden in Metalltonnen eingeschlossen und in ehemaligen Salzbergwerken tief unter der Erde gelagert. Man hofft dass das Salz die Strahlen ausreichend eindämmt, und kein Wasser hinein gelangt damit die Metalltonnen nicht rosten. Meldungen in den letzten Jahren haben leider gezeigt, dass sich die Hoffnung nicht bewahrheitet hat. Hochradioaktiver  Atommüll stammt meist aus Atomkraftwerken. Für ihn gibt es weltweit noch kein sicheres Endlager. Da die Brennstäbe noch sehr heiß sind, müssen sie auch zuerst abkühlen und für einen Transport vorbereitet werden. Dies geschieht auf der Anlage des Atomkraftwerks, dauert jedoch einige Jahre. So lange wird es in Hallen aufbewahrt.

Anmerkung: “Ab nach Afrika, Sibirien oder sonst wohin.”

Müll wurde schon seit jeher in andere Länder verschickt. Ganz nach der Meinung: “Sollen die sich doch damit ärgern.” Korrupte Politiker oder Machthaber ließen sich bestechen, damit der Müll in Land gebracht werden konnte. Die Bevölkerung hat von dem Bestechungsgeld nie etwas gesehen. Nur den Müll. Dass die Bevölkerung nicht erfreut war, dürfte nicht verwundern. Viele der heutigen weltweiten politischen Probleme beruht mit auf dieser abscheulichen Praxis der Ausbeutung. Anmerkung: “Schießen wir ihn doch in die Sonne” Häufig höre ich von meinen Schülern diesen Vorschlag, aber auch verschiedene Politiker oder Wissenschaftler haben diesen Vorschlag bereits unterbreitet. Meine Antwort fällt stets so aus: 1. Es würde viel zu viel kosten. Allein Deutschland produziert rund 400 Tonnen neuen Atommüll jedes Jahr. Dafür wären ca. 20 “Ariane 5”-Raketen notwendig. Die Kosten für Start und Entwicklung der Raketen dürften bei mehreren hundert Millionen Euro liegen. Weltweit werden übrigens ca. 12 000 Tonnen Atommüll jährlich produziert. 2. Der Mensch neigt dazu seinen Müll rücksichtslos zu entsorgen - ganz nach dem Motto “nach mir die Sinnflut”. Stets gab es Wissenschaftler die glaubhaft versicherten, dass die gängige Praxis der Müllentsorgung keinerlei Gefahren darstellen würde. Giftigen Müll in der Erde vergraben? Antwort: “Kein Problem, ist sicher.” Müll ins Meer schmeißen? Antwort: “Kein Problem, ist sicher.” Den Müll in andere Länder wie beispielsweise Afrika verschicken? Antwort: “Kein Problem, die nehmen das gerne.” Innerhalb kürzester Zeit musste man jedoch einsehen, dass die gängige Praxis zu massiven Umweltproblemen führte. Oder die betroffenen Menschen den Müll eben doch nicht so gerne nahmen (wen wundert es?). Viele der heutigen politischen Probleme lassen sich mit auf diese Rücksichtslosigkeit zurückführen. Wiederaufbereitung? Dabei handelt es sich um ein chemisches Verfahren, bei welchem die verschiedenen Stoffe in radioaktiven Abfällen voneinander getrennt werden. Einen Teil dieser Stoffe kann man wieder verwenden. Andere Teile lassen sich in schwach-, mittel- oder hochradioaktiven Abfall einteilen und dementsprechend entsorgen.
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