Wie funktionieren Atomkraftwerke?

Atomkraftwerke (auch Kernkraftwerke genannt) nutzen die bei der Kernspaltung freiwerdende Energie um Strom zu erzeugen. Das erste wirtschaftlich genutzte Atomkraftwerk (kurz AKW) der Welt wurde 1954 im russischen „Obninsk“ in Betrieb genommen - einer Stadt etwa 100 km südwestlich von Moskau. In Deutschland ging das „Atomkraftwerk Kahl“ in der Nähe von Großwelzheim (Bayern) am 13. November 1960 als erstes kommerzielles Atomkraftwerk ans Netz. Bis zu seiner Abschaltung im Jahr 1985 lieferte es 2,1 Milliarden Kilowattstunden Strom und wurden 90 Störungen und Defekte gemeldet. Davon waren 7 ernsthafte Störungen, das heißt hier bestanden Gefahren die jedoch glücklicherweise beherrschbar blieben und zu keiner Katastrophe führten. Großwelzheim gehört zu der Gemeinde „Karlstein am Main“. Diese entstand aus der Zusammenlegung der zwei Teilorte Dettingen und Großwelzheim im Jahr 1975. Das damals erstellte und bis heute gültige Wappen ziert ein Atomsymbol um auf die besondere Bedeutung des Ortes hinzuweisen.

Atomkraft - eine Medaille mit zwei Seiten

Dank der Atomkraft kann unser riesiger Energiebedarf gedeckt werden. Atomkraftwerke liefern günstigen Strom und produzieren dabei keine schädlichen Abgase wie beispielsweise Kohlekraftwerke. Doch die Schattenseite dabei ist der produzierte Atommüll und die Risiken bei einem Unfall im Kraftwerk. Durch die Industrialisierung, den steigenden Wohlstand und die stetig ansteigenden Bevölkerungszahlen nimmt unser Energiebedarf seit jeher kontinuierlich zu. In einem einzigen Haushalt laufen in diesem Moment zahlreiche elektrische Geräte und nutzen Strom. Dabei ist es ein “Grundbedürfnis” von uns möglichst billigen Strom zu beziehen. Schließlich will man sparen. Bis ins Jahr 1938 war man hauptsächlich auf die Verbrennung von fossilen Rohstoffen wie Kohle und Öl angewiesen um Strom zu erzeugen. Mit der Entdeckung der Kernspaltung öffnete sich jedoch plötzlich eine ganz neue Möglichkeit - die Atomkraft. Verglichen mit der Verbrennung von fossilen Rohstoffen hat die sie besonders zwei Vorteile: Sie erzeugt keine Abgase wie Kohlenstoffdioxid, Schwefel- oder Stickstoffverbindungen welche die Umwelt belasten. Sie ist extrem energiereich. Ein Kilogramm Uran erzeugt soviel Energie wie 2 200 000 Liter Heizöl, oder 2 600 t Steinkohle oder 6 400 t Holz. Damit lassen sich 1000 Einfamilienhäuser etwa ein Jahr lang beheizen. Das macht sie wiederum sehr billig und erfreut damit das Sparschwein. Es wäre so toll, doch die Atomkraft hat auch eine Schattenseite. Im Umfeld von Atomkraftwerken besteht eine erhöhte Strahlenbelastung aufgrund der ionisierenden Strahlen. Besonders bei Unfällen in Atomkraftwerken besteht grundsätzlich die Gefahr, dass radioaktives Material an die Umwelt gelangt und diese verseucht. Und der Atommüll (das sind vereinfacht gesagt die Reste aus der Kernspaltung) strahlt noch tausende Jahre weiter. Bis heute gibt es keine sichere Verwahrungsmöglichkeit dafür. Besonders die Atommülldiskussion löste in den 70ern und 80er Jahren die Umweltbewegung aus.
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