Eine typische Krankheit

Eine Krankheit beginnt Tage manchmal sogar Wochen vor dem ersten Unwohl-Gefühl mit der Infektion (Ansteckung). Nur bei sehr wenige Krankheiten liegen zwischen Infektion und Ausbruch wenige Stunden. Krankheitserreger sind meist Bakterien, Viren oder Pilze. Gelegentlich verursachen aber auch Parasiten, wie Würmer, die über die Nahrung aufgenommen wurden die Krankheit. Jede Krankheit lässt sich in verschiedene Stadien einteilen. Wie lange und wie schwer die einzelnen Stadien sind, hängt dabei von der einzelnen Krankheit ab. Phase 1: Infektion und Inkubationszeit Infektion (”Ansteckung”) bezeichnet das Eindringen eines Krankheitserregers in den Körper  und die dortige Vermehrung, so dass es zu einem Ausbruch der Krankheit kommt. Wer einen wann infiziert (”angesteckt”) hat, lässt sich häufig im Nachhinein kaum noch mit hundertprozentiger Sicherheit sagen. Vielleicht geschah es im Bus durch die hustende Person neben einem, vielleicht aber auch beim Händeschütteln mit einem Bekannten.  Der Krankheitserrger muss nach dem ersten Kontakt verschiedene Schutzmechanismen des Körpers, wie beispielsweise die Haut, überwinden. Gelangt er ins Körperinnere bedeutet dies jedoch nicht automatisch den sofortigen Ausbruch der Krankheit. Der Erreger beginnt nun mit der Vermehrung. Dabei liefert er sich einen Wettkampf mit dem Immunsystem, welches versucht ihn zu bekämpfen. Verliert der Körper diesen Kampf, so bricht die Krankheit aus. Die Zeit zwischen Infektion und Ausbruch der Krankheit wird als Inkubationszeit bezeichnet. Während dieser Zeit kommt es nicht selten vor, dass man unwissend (man fühlt sich noch relativ gesund) weitere Personen ansteckt. Phase 2: Ausbruch und Immunreaktion Mit Ausbruch der Krankheit machen sich die ersten Symptome deutlich bemerkbar. Der Körper fährt die Immunabwehr” nun ganz nach oben um den Erreger möglichst schnell zu vernichten. Häufig tritt Fieber auf. Dabei handelt es sich jedoch um keine Krankheit sondern um den Versuch des Körpers den Erreger zu töten. Fieber ist allerdings ein zweiseitiges Schwert. Durch die erhöhte Körpertemperatur laufen zahlreiche Stoffwechselprozesse zunächst besser ab, weil mehr Aktivierungsenergie zur Verfügung steht. Überschreitet das Fieber jedoch eine Temperatur von 40°C wird es schnell gefährlich. Körpereigene Enzyme gehen bei einem Temperaturanstieg um 3 bis 4 °C auch zu Grunde (siehe: “Enzyme”). Damit wird der eigene Stoffwechsel behindert. Ab 41°C wird es bereits lebensgefährlich. Phase 3: Scheinbare Heilung und erneuter Ausbruch Nicht selten erscheint es so als sei die Krankheit vorüber. Man fühlt sich insgesamt wieder besser und zeigt kaum noch Symptome. Die Folge ist, dass man wieder mehr unternimmt und sich nicht mehr schont. Dieses Verhalten ist häufig jedoch sehr kritisch. Durch die Krankheit ist der Körper immernoch geschwächt. Zum einen ist er damit für weitere Krankheitserreger ein leichteres Ziel, zum anderen können übriggebliebene Erreger sich wieder vermehren. Die Krankheit bricht erneut aus. Vergleichen lässt sich dies ganz gut mit einer Fußballmannschaft die bis zur 89. Minute mit 1 : 0 führt. Das nahe Spielende lässt die Mannschaft unvorsichtig werden, so dass nicht selten der Gegner doch noch zum Ausgleich kommt oder wie 1999 im Championsleague-Finale der Gegner doch noch siegt. Phase 4: Heilung Während der Immunreaktion bilden sich sogenannte “Gedächtniszellen”. Diese merken sich das “Aussehen und die Eigenschaften” des Erregers. Dringt dieser Erreger wieder in den Körper ein, so ist es bereits bekannt und der Körper kann wesentlich schneller die Immunreaktion starten.
© F. Markert 2015
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