Experimente zu Bakterien  Die antibakterielle Wirkung von Silber  Geschichtlicher Überblick Seit ungefähr 5000 Jahren ist Silber als keimtötender Stoff bekannt. Überlieferungen nach mischten bereits die alten Ägypter Honig mit Silberpulver um Mandelentzündungen zu behandeln. Auch die Phönizier lagerten auf langen Schiffsreisen ihr Trinkwasser in silbernen Gefäßen. Dadurch blieb es länger frisch und wurde nicht fahl.   Die älteste bekannte schriftliche Überlieferung medizinischer Silberanwendung geht zurück ins Jahr 950 n. Chr. und stammt von Gabir Ibn Haiyan al-Sufi. Auch der berühmte Arzt “Ibn Sina” (lateinisch: Avicenna) berichtete ein paar Jahre später in einem Buch von der keimtötenden Wirkung.   Das darüber angesammelte Wissen ging in den folgenden Jahrhunderten jedoch wieder verloren. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde es wiederentdeckt. Doch auch heute noch fristet Silber eher ein Schattendasein. Gelegentlich findet es sich jedoch in Produkten wie Doedorants, Pflastern, Sportunterwäsche und Tabletten zur Trinkwasseraufbereitung.    Oligodynamie   Oligodynamie bezeichnet allgemein die schädigende Fähigkeit von (Schwer)Metall-Kationen auf lebende Zellen. Durch die Schwermetall-Kationen wird der Zellstoffwechsel und die Zellteilung behindert.    Der schweizer Botaniker Karl Wilhelm von Nägeli (1817 - 1891) schuff den Begriff der Oligodynamie. Dieses Wort setzt sich aus den griechischen Wörtern “oligos = klein, wenig” und “dynamis = Kraft” durch. Damit wollte er ausdrücken, dass bereits kleinste Mengen bestimmter Schwermetallsalze eine keimtötende Wirkung entfalten.  Neben Silber besitzt beispielsweise auch Aluminium eine oligodynamische Wirkung.    Experiment: Silber in Tabletten zur Trinkwasseraufbereitung  Hintergrund: Hilfsorganisationen verteilen häufig Tabletten zur Trinkwasseraufbereitung in überschwemmten Gebieten. Dadurch soll der Ausbruch von Krankheiten möglichst verhindert oder solange herausgezögert werden, bis eine gesicherte Trinkwasserversorgung wieder hergestellt ist.  Als Inhaltsstoffe werden Natrium- (Na), Silber- (Ag), Chlorid- (Cl) und Sulfat (SO4) -Ionen aufgeführt. Mit diesem Experiment lässt sich über ein sogenanntes Ausschlussverfahren zeigen, dass die in den Tabletten enthalten Silber-Ionen, die im Wasser enthaltenen Bakterien abtöten.    Durchführung: Zuerst wird eine Nährlösung hergestellt, sterilisiert und damit Nährböden gegossen (siehe: “Herstellung von Nährböden”) oder man bestellt die Nährböden im Fachhandel. Eine Wasserprobe aus einem Teich wird entnommen und auf fünf Reagenzgläser verteilt. Anschließend gibt man in die Reagenzgläser je eine von vier vorbereiteten Kontrolllösungen. o	RG 1: 	Silbernitrat (AgNO3) o	RG 2:		Silbersulfat (Ag2SO4) o	RG 3:		Kaliumchlorid (KCl) o	RG 4: 	Natriumsulfat (Na2SO4) o	RG 5:		keine Zugabe, dient der Kontrolle ob Bakterien im 		Teichwasser enthalten sind. Nach einer Einwirkzeit von 60 Minuten werden die Nährböden mit je einer Lösung beimpft, luftdicht verschlossen und beschriftet.    Beobachtungen: Nach 3 bis 4 Tagen vergleicht man die Nährböden auf bakterielles Wachstum: 	1.	In den mit Silbernitrat und Silbersulfat versetzten Nährböden finden sich keine Bakterien. 	2.	Auf den drei restlichen Nährböden sind Bakterien gewachsen:            Deutung: Nur jene Proben die mit Silber versetzt wurden, konnten erfolgreich ein bakterielles Wachstum verhindern.    Erklärung: Bakterien nehmen das Silber in sich auf. Dort blockiert es unter anderem die Zellteilung. Somit können sich die Bakterien nicht vermehren. Dafür reicht bereits eine winzige Menge an Silber aus.
© F. Markert 2015
Geeignet als Langzeit Schülerversuch Antibakterielle Wirkung von Silber Experiment  Abklatschversuch Praktika  Herstellung von Nährböden
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